ArchivFebruar 2007

Monoski- / Biskireise

Donnerstag, 1. Februar 2007

Monoski-/Bi-Ski Reise für rollstuhlfahrende Kinder und Jugendliche aller Hamburger Körperbehindertenschulen

Vom 21. Januar bis zum 27. Januar 2007 fuhren wir nach Unterjoch im Allgäu zum Skilaufen. Wir, das sind Christina und Mutlu aus der elften Klasse, Erik aus Klasse vier, Annkathrin Diehl (Physiotherapeutin), Dirk Hauthal (Lehrer) und Ali, eine Studentin und Skilehrerin. Gemeinsam mit uns fuhren Kinder und Betreuer aus den anderen drei Hamburger Schulen für Körperbehinderte.
Morgens um 6.40 Uhr trafen wir uns am Sonntag, dem 21.01. am Bahnhof Altona. Nachdem wir es trotz der für einen Sonntag sehr frühen Stunde recht schnell geschafft hatten, alle Kinder und Erwachsenen sowie das restliche Gepäck in den Zug zu verfrachten, konnte die Fahrt losgehen. Glücklicherweise hatte der Bus der Schule Hirtenweg, der Hirtenstromer, schon fast alles Gepäck mitgenommen.
Während der Bahnfahrt lernten sich alle Teilnehmer und Betreuer schon mal ein bisschen kennen. Als wir am Nachmittag in Unterjoch ankamen, mussten wir leider feststellen, dass tatsächlich kein bisschen Schnee lag. Die Enttäuschung war nicht allzu groß, da wir es schon aus dem Wetterbericht wussten. Außerdem gab es in unserer Unterkunft auch so viel Neues zu entdecken und viel zu erleben. Am Montag waren alle gut beschäftigt. Viele gingen schwimmen, einige spielten (Basket-)Ball in der Sporthalle und einige spielten im Aufenthaltsraum oder auf ihren Zimmern. Am Abend kegelten wir alle gemeinsam, wobei Mutlu sich als recht zielsicher erwies. Zwischendurch wurden den einzelnen Kindern ihre Monoski und Bi-Ski angepasst.
Am Dienstag machten wir eine Rallye in den Ort Unterjoch und besuchten einen Bauernhof in der Nähe. Am Mittwoch lag dann tatsächlich recht viel Schnee, leider hatten fast alle Skilifte trotzdem noch nicht geöffnet. Ungefähr eine Stunde Autofahrt von unserem Heim entfernt sollte es aber einen für uns geeigneten Skilift geben, der tatsächlich geöffnet hatte.
Die Fahrt dorthin mit unseren drei Bussen wurde zum echten Abenteuer. So gab es z.B. kurz vor dem angegebenen Skigebiet für alle Autos Schneekettenpflicht. Leider hatten unsere beiden vor Ort gemieteten Busse entgegen der Absprache mit dem Vermieter keine Schneeketten an Bord. Also nahmen kurzerhand einige Kinder und viele der Betreuer einen öffentlichen Bus. Der Hirtenstromer und unser bayrischer Skilehrer Herbert transportierten unsere restlichen Skiläufer. Um den Bericht etwas abzukürzen: Es gab noch eine Reihe von Hindernissen, die wir überwinden mussten, bis wir endlich alle endlich auf Skiern standen bzw. saßen. Aber dann waren alle begeistert und fanden, dass sich die Mühe absolut gelohnt hatte. Bereits am ersten Tag fuhren alle munter über die Pisten. Unser Skilehrer Herbert ist übrigens querschnittsgelähmt und zeigte den Kindern eindrucksvoll, wie sicher man auf Mono- oder Bi- Ski fahren kann.
Mehr oder weniger geschafft aber sehr zufrieden kamen wir an diesem Tag in unsere Herberge. Am Donnerstag und Freitag wurde die Fahrt dann etwas angenehmer, da wir ein näher gelegenes Gebiet fanden, dass inzwischen die Skilifte angestellt hatte. Es war erstaunlich, wie schnell die Kinder und Jugendlichen lernten, mit ihren Skigeräten umzugehen. Obwohl wir insgesamt nur an drei Tagen üben konnten, fuhren beim abschließenden Slalomwettbewerb alle richtig gut. Beim Rennen ging es allerdings nicht darum, möglichst schnell zu sein, sondern in zwei Durchgängen möglichst gleich schnell zu fahren. Das Ergebnis war verblüffend: Niemand hatte einen größeren Unterschied zwischen den beiden Fahrten als 8 Sekunden!!! Einige schafften es sogar, auf die Sekunde gleich schnell zu fahren. Alle drei Tegelwegler belegten in ihrer Renngrupe hervorragende zweite Plätze!!! Erik fuhr fast ohne Unterstützung von Ali den Slalom im Bi-Ski. Unglaublich! Christina konnte zeigen, was sie nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem schwer zu beherrschenden Monoski und technischen Problemen gelernt hatte. Sie fuhr ein prima Rennen.
Mutlu schließlich war erst am Freitag auf den Bi-Ski umgestiegen. Er stellte sich erstaunlich schnell um und fuhr einen rasanten Slalom.
Am Sonnabend verließen wir dann im Schneetreiben ein tief verschneites Bayern. Da wir uns inzwischen gut kennen gelernt hatten, waren alle auf der Rückfahrt gut mit spielen oder klönen beschäftigt.
Allen Kindern, Jugendlichen und Betreuern hat die Reise super viel Spaß gemacht!!!!!
(D. Hauthal)