Unterricht

Unterricht und Erziehung

Die Unterschiedlichkeit der Schüler hinsichtlich ihrer Fähigkeiten in Bewegung, Sprache und Wahrnehmung, ihrer Belastbarkeit im psychischen und sozialen Bereich, ihres Lerntempos und ihrer individuellen Begabungen und Interessen verlangt von allen Mitarbeitern ein hohes Maß an methodischer und organisatorischer Kompetenz und Flexibilität in den Lernangeboten.

Die Schüler werden nach den Richtlinien und Lehrplänen der Grund- und Hauptschule, der Förderschule, der Schule für Geistigbehinderte und nach individuellen Förderplänen unterrichtet.

Stundenpläne

Beispielhaft werden hier drei Stundenpläne des Schuljahrs 2012/2013 gezeigt.

Kl. 2 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
Frühstückspause und Pflege: 9.20 Uhr – 9.40 Uhr
3. Std. Morgenkreis Deutsch Morgenkreis Morgenkreis Morgenkreis
4. Std. Deutsch Mathematik Sachunterr. Deutsch Mathematik
Hofpause und Pflege: 11.00 Uhr – 11.20 Uhr
5. Std. Sachunterr. Morgenkreis Deutsch Deutsch Schwimmen
6. Std. Mathematik Sachunterr. Mathematik Mathematik Schwimmen
Mittagspause und Pflege: 12.40 Uhr – 13.30 Uhr
7./8. Std. Kunst Englisch Englisch Religion Abschlusskreis
9. Std. Kunst Förderung
Feinmotorik
Snoezelen Sport -
10. Std. Abschlusskreis Abschlusskreis Abschlusskreis Sport
Abschlusskreis
-

Kl. 5/6 A Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
1. Std. Deutsch Mathematik Natur Kunst Musik
2. Std. Mathematik Mathematik Gesellschaft Kunst Musik
Frühstückspause und Pflege: 9.20 Uhr – 9.40 Uhr
3. Std. Natur Deutsch Mathe Deutsch Klassenlehrer-
stunde
4. Std. Gesellschaft Deutsch Deutsch Arbeitslehre
Holz/Technik
Arbeitsstunde
Hofpause und Pflege: 11.00 Uhr – 11.20 Uhr
5. Std. Arbeitsstunde Englisch Schwimmen Arbeitslehre
Holz/Technik
Sport
6. Std. Arbeitsstunde Englisch Schwimmen Abeitslehre
Holz/Technik
Sport
Mittagspause und Pflege: 12.40 Uhr – 13.30 Uhr
7./8. Std. Englisch Gesellschaft Neigungs-
gruppen
Religion -

Kl. 9 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
1. Std. Gesellschaft Englisch Wahlpflicht
Textil/Holz
Schwimmen Leben & Arbeit
2. Std. Gesellschaft Englisch Wahlpflicht
Textil/Holz
Schwimmen Leben & Arbeit
Frühstückspause und Pflege: 9.20 Uhr – 9.40 Uhr
3. Std. Mathematik Klassenlehrer-
stunde
Deutsch Deutsch Schülerfirma
4. Std. Naur Natur Religion Englisch Schülerfirma
Hofpause und Pflege: 11.00 Uhr – 11.20 Uhr
5. Std. Musik Sport Kunst Mathematik Schülerfirma
6. Std. Arbeitsstunde Sport Kust Mathematik Mathematik
Mittagspause und Pflege: 12.40 Uhr – 13.30 Uhr
7./8. Std. Deutsch Arbeitsstunde Neigungs-
gruppen
Arbeitsstunde -

Differenzierung

An unserer Schule gibt es vielfältige Differenzierungsmaßnahmen bis hin zu zeitweiser, fachgebundener Einzelförderung.

Auf allen Klassenstufen findet innerhalb der Klasse eine Binnendifferenzierung statt. Je nach individueller Lernausgangslage arbeiten Schüler nach verschiedenen Zielen und Methoden in ihrem jeweiligen Arbeitstempo an abgestuften Lerninhalten. Dem wird Rechnung getragen durch vielfältige Unterrichtsformen (u. a. Wochenplan, Stationsverfahren, handlungsorientierter Unterricht, entdeckendes und problemorientiertes Lernen usw.).

Darüber hinaus gibt es klassenintern Lerngruppen, in denen Schüler ähnlichen Leistungsstandes in Deutsch und Mathematik unterrichtet werden. Der Unterricht für diese Gruppen findet räumlich getrennt statt.

In den Fächern Mathematik und Englisch hat sich eine Klassen übergreifende Differenzierung nach Leistungsstand von Klasse 6 bis 10 bewährt. In diesen Lerngruppen werden Schüler ähnlichen Leistungsstandes zusammen gefasst. Der Unterricht für alle Lerngruppen findet zeitgleich statt.

Für die Klassen 8 bis 10 werden im „Wahlpflichtbereich Arbeitslehre“ Klassen übergreifende Kurse angeboten.

Lebenspraxis

Die Förderung lebenspraktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten hat eine zentrale Bedeutung in allen Bereichen des Schulalltags. Die Schüler unserer Schule trainieren vor allem Selbstständigkeit beim Essen und Trinken sowie beim An- und Ausziehen und bei der Körperpflege. Darüber hinaus sollen sie lernen, sich in Räumen und Zeiten zu orientieren und verantwortlich alltägliche Aufgaben zu übernehmen.

Mit dem Einbau von Küchenzeilen in alle Gruppenräume ist 1999 ein langjähriger Wunsch in Erfüllung gegangen. Diese Ausstattung erleichtert den Schülern die notwendige Einübung hauswirtschaftlicher Tätigkeiten.

In der Mittelstufe bekommen die Schüler durch Praktika und Werkstatttraining sowie die Fächer „Arbeitslehre“ und „Leben und Arbeit“ einen Einblick in die Arbeitswelt.

Therapieimmanenter Unterricht

Oder: Verzahnung von Therapie und Pädagogik

Individuelle Förderung

  • Lernen findet im Alltag statt.
  • Für das Kind müssen die Ziele bedeutsam und sinnvoll sein.
  • Bewegungshandeln ist die Art und Weise, wie das Kind seinen Alltag bewältigt.
  • Die Lebenswirklichkeit des Kindes ist das Hauptkriterium bei der Auswahl der Ziele.

Verzahnung von Pädagogik und Therapie:

  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit soll sich als frühzeitig beginnende integrative und intensive (positive) Beeinflussung der gesamten Entwicklung in einem ganzheitlichen Kontext verstehen.
  • Sie richtet sich an alle Kinder einer Klasse.
  • In diesem Programm werden für jedes Kind individuelle Förderziele erarbeitet und mit pädagogischen und/oder therapeutischen Inhalten verknüpft.
  • Die erlernten Bewegungsmuster werden im Tagesverlauf mit schulischen Handlungsfeldern und Alltagssituationen verknüpft und führen so zu einem therapieimmanenten Unterricht.
  • Im interdisziplinären Team werden die Fördermaßnahmen zu einer Ganzheit verknüpft und an das kindliche Alltagsleben angepasst.
  • Alle Kinder, auch Kinder mit schweren Mehrfachbehinderungen müssen lebenspraktische Fertigkeiten zielgerichtet einüben. Dazu gehören An- und Ausziehen, Toilettentraining, Nahrungsaufnahme, Körperpflege und Mobilität.
  • Auch Kinder mit Beeinträchtigungen im emotionalen und sozialen Bereich werden mit diesem Konzept individuell gefördert.

Besonderheiten

  • Alle Mitglieder des Teams arbeiten an den gleichen Förderzielen.
  • „Spezialisten“ zeigen den Teammitgliedern besondere Maßnahmen, die nötig sind, um das Ziel zu erreichen.
  • Der unterschiedliche Blick aus verschiedenen Fachbereichen auf das Kind erhöht die Wirksamkeit der Förderung.

Folgerung

  • Das Verständnis von Unterricht muss sich ändern, damit die Möglichkeit von Therapie besteht.
  • Das Verständnis von Therapie muss sich ändern, damit Pädagogik und Therapie sich verbinden können. Therapie in einem isolierten Raum mit „schulfremden“ Therapeuten sind für dieses Konzept nicht hilfreich.

Vorgehen

  • Die SonderschullehrerIn bereitet den Unterricht vor und stellt Bedingungen her, in denen Therapie stattfinden kann.
  • Die TherapeutIn verdeutlicht die Fähigkeiten bzw. die Förderbereiche im sensomotorischen Bereich der Schüler.
  • Die TherapeutIn nutzt die vorbereitete Situation für individuelle Förderung im sensomotorischen Bereich.

Schnittmengen der Pädagogik und der Therapie:

  • Selbstständigkeitstraining
  • Unterricht, in dem
    • Sinneswahrnehmungen
    • Umwelterfahrungen
    • Ausdauer
    • Motorische Geschicklichkeit
    • Konzentrationsvermögen

    geübt werden können.

  • Lernausgangslagen schaffen durch verbesserte Lagerung, Sitzmöglichkeit, Sitz- und Stehkontrolle

Therapeuten und Pädagogen bringen ihre Kompetenzen in die gemeinsame Arbeit ein